Was tun, wenn die gute Seele das Team verlässt

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Wenn eine gute Seele das Team verlässt, hinterlässt sie eine grosse Lücke. Denn oft hat sie an 100 Kleinigkeiten gedacht.

Das Team fällt aus allen Wolken: Sabine M., die allseits beliebte Sekretärin, hat gekündigt. Ihr Partner zieht berufsbedingt weg, der neue Arbeitsweg wäre zu weit.

Manchmal kündigen die Personen, von denen man es am wenigsten erwartet hätte.

Junge, mobile und hochqualifizierte Arbeitskräfte ziehen oft weiter und viele Unternehmen sind darauf eingestellt. Doch was, wenn die gute Seele das Team verlässt? Dann muss sich das ganze Team darauf einstellen.

Jetzt gilt es, an viele Dinge zu denken: Die Übergabe, das Austrittsgespräch und die Abschiedsparty.

I. Die Übergabe

Eine gute Übergabe ist selbstverständlich. Dazu gehören ordentlich abgelegte Dateien, Passwörter und genaue Arbeitsbeschreibungen.

Doch gerade langjährige, beliebte Mitarbeiter wie Sabine M. haben mehr geleistet als ihre niedergeschrieben Aufgaben. Sie wissen, wie man mit schwierigen Personen umgeht und welche Eigenheiten Lieferanten oder Kunden haben. Sie denken an die tausend kleinen Dinge, die im Geschäftsalltag anfallen.

Fragen Sie daher auch das Team:

  • Was habt ihr an Sabine geschätzt?
  • Welche Eigenschaften von ihr sind unersetzlich?
  • Was konnte sie besonders?

Solche Merkmale helfen, eine Nachfolge zu finden, die auch menschlich ins Team passt. Wird diese rechtzeitig gefunden, sollte die Person genug Zeit haben, mitzulaufen. Denn nur so sieht man, was alles in den Aufgabenbereich gefallen ist.

Vielleicht ist Sabine M. nach Austritt für dringende Fragen telefonisch erreichbar.

II. Das Austrittsgespräch

Das Austrittsgespräch ist oft wichtiger, als man meint. Grundsätzlich gelten folgende Regeln:

  • Die Führungskraft führt das Gespräch nach Überreichen des Zeugnisses, am besten an einem anderen Tag
  • Zeit, Ruhe und ein diskreter Ort sind wichtig

Ziel des Austrittsgespräch ist es, eventuelle Probleme im Team aufzudecken. Es geht natürlich nicht um einzelnes «Mitarbeiter-Bashing», sondern darum, sich selbst zu verbessern.

Setzen Sie auf ein persönliches, offenes Gespräch. Zwar gibt es auch Fragebögen aus dem Internet – benutzen Sie diese jedoch nur als Ankerpunkte und Inspiration.

Bleiben Sie sachlich, falls es zu emotionalen Abrechnungen kommt, denn auch das müssen sich einige Führungskräfte gefallen lassen.

III. Die Abschiedsparty

Jedes Unternehmen regelt solche Partys anders. Eventuell wird ein ganzer Event organisiert oder nur eine kleine Stehparty im Büro nach Feierabend.

Als TeamchefIn gilt es nun, eine Abschiedsrede halten.

Bereiten Sie sich ein wenig darauf vor. Folgende Fragen können helfen.

  • Wann ist die Mitarbeiterin, der Mitarbeiter in das Unternehmen eingetreten?
  • Was sind die größten Erfolge – nicht nur in Zahlen, sondern auch menschlich?
  • Welche Sprüche und Geschichten bleiben allen in Erinnerung?

Nicht zuletzt kann ein solcher Event die Betriebszugehörigkeit stärken, auch wenn eine gute Seele geht.

Janine Wolf-Schindler 

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