Distance Leadership – Wie man Führung auf Distanz optimal bewältigt

Führung auf Distanz
Kommunikation über Entfernung, Zeitzonen und kulturelle Unterschiede hinweg

Führung auf Distanz gehört in vielen Teams zum Alltag dazu. «Distance Leadership» ist daher ein Thema, mit dem sich Wissenschaftler beschäftigen: Wie kann ein Team, das nicht unter einem Dach arbeitet, gemanagt werden? Wie kann in diesem Team Zusammenhalt und Teamgeist entstehen?

Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse und Tipps zusammen.

Grundvoraussetzungen der Führungskräfte

Ohne folgende Eigenschaften ist kein virtuelles Team zukunftsfähig. Daher liegt es vor allem an den Führungskräften, bei Bedarf an den richtigen Stellen zu arbeiten.

  • hohe Vertrauensbereitschaft: Die Distanz macht häufige Kontrollen unmöglich.
  • Beteiligung des Teams: Das Team muss über genug Selbstbestimmung verfügen.
  • Sensibilität: Ohne Face-to-Face müssen Bedürfnisse des Teams erkannt werden.
  • Medienkompetenz

Die wichtigsten Teambuilding-Tipps

1. Mit der Distanz richtig umgehen lernen 

Die räumliche Distanz ist der schwierigste Punkt virtueller Teams. Informelle und direkte Kommunikation fehlt. Doch gerade diese schafft Zusammenhalt und bildet Vertrauen. Dieses Vertrauen wiederum ist wichtig, wenn Nähe fehlt.

Für die Führungskraft, aber auch für jedes Teammitglied, ist daher die fehlende Face-to-Face-Kommunikation das grösste Problem. Verhalten, Emotionen und Mimik und Gestik sind schwerer erkennbar und interpretierbar. Kulturelle Hürden kommen oft dazu.

Eine gute Kommunikation ist daher unerlässlich. Im Arbeitsalltag virtueller Team geht dies unter Zeitdruck rasch verloren. Die abwesende Person wird schnell unpersönlich, Menschlichkeit geht verloren, man kommuniziert nur in Konfliktfällen. Solche Muster sollte man verhindern.

2. Das «Kick-Off-Meeting» als optimaler Start

Jedes Team durchläuft nach Tuckman die vier Phasen: Forming, Norming, Storming, Performing. Für  virtuellen Teams ist das Durchlaufen der Phasen schwieriger. Laut Prof. Remdisch von der Universität Lüneburg das Kick-Off-Meeting zum ersten Kennenlernen der wichtigste Punkt für die virtuelle Teamarbeit.

Das Kick-Off

  • bildet die erste Grundlage des Vertrauens
  • mindert Prozessverluste
  • reduziert die Wahrscheinlichkeit von Konflikten
  • steigert langfristig die Produktivität

Ziele des Kick-Offs sind:

  • Definieren von Zielen, Budget, Prozessen, Berichten, Feedback, Handhabung von Mails, etc.
  • Entwicklung des Teamgeists

3. Erfolgreiche Führung auf Distanz dank konstruktivem Feedback

Ein erfolgreiches Kick-Off ist ein guter Start, aber nicht genug. Vertrauen, das aufgebaut wurde, muss nun gehalten werden.

Ihm Büroalltag bedanken wir uns gern mit einem Lächeln und einem Kopfnicken. Doch Freelancer oder entfernte Teammitglieder hören diese kleinen, informellen Dankeschöns nicht. Gespräch finden dann statt, wenn Probleme auftauchen.

Umso wichtiger ist es, Feedback fest einzuplanen. Nicht nur dann, wenn es brennt.

 

Wenn ein virtuelles Team erst mal erfolgreich läuft, spart man Zeit und Kosten. Arbeitswege entfallen und Preisdifferenzen zwischen der Schweiz und anderen Ländern werden ausgenutzt. Gleichzeitig sind viele Fachkräfte nur so verfügbar. Der Teamleader sollte wissen, dass virtuelle Teams kein Selbstläufer sind.

Janine Wolf-Schindler 

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